Auf Sumatra könnte alles so schön sein: Die am Äquator gelegene
Insel, die größer als Schweden ist, beherbergt einen riesigen teils
noch unerkannten Artenreichtum. Doch dieses "Paradies" wird leider
immer stärker zerstört: Denn große, ortsansäßige Papierkonzerne
benutzen Holz aus den Tropenwäldern um ihre Zellstofffabriken zu
betreiben. Plantagenholz wird überhaupt nicht verwendet, da die
Einheimischen ihr Land nicht für die Holzplantagen hergeben möchten
und die Plantagen nur bis der Boden ausgelaugt ist, wachsen. So
wird das meiste Holz illegal eingeschlagen. Umweltauflagen müssen
nicht erfüllt werden. Jegliche Lebensgrundlage der Ureinwohner Sumatras,
die von Fischfang und dem Sammeln von Früchten leben, wird zerstört.
Der
Grund liegt hierbei bei den giftigen Abwässern der Fabriken: Sie
werden ohne ausreichende Klärung einfach in die Flüsse eingeleitet.
Da die Menschen an und von den Flüssen leben, sind sie von ihrer
Existenz bedroht. Sie nutzen das - inzwischen dreckige - Flusswasser
zum Kochen, Backen und Trinken und baden in ihm notgedrungen. Das
giftige Flusswasser führt zu Verätzungen der Haut, macht die Früchte
der angebauten Pflanzen ungenießbar und die Abgaswolken führen zu
schlimmen Atemwegserkrankungen.
Ein
deutsches Kamerateam hat erst vor kurzem dem Flusswasser eine Probe
entnom-men. Das Ergebnis der Untersuchung in einem deutschen Labor
fiel erschreckend aus: In dem Wasser wurde ein Wert von 7,8 mg AOX
gemessen, Werte ab ein AOX gelten nach deutschen Richtlinien als
besorgniserregend. Kurzum: Das Flusswasser wird durch die Einleitungen
der Zellstofffabriken, die ihren Zellstoff mit Chlordioxid bleichen,
hochgradig verseucht.
Wie Rettet den
Regenwald e.V. zu berichten weiß, ist bei dieser Umweltzerstörung
auch noch die deutsche Bundesregierung mit Bürgschaften in Milliardenhöhe
beteiligt: Sie bewilligt seit Jahren sogenannte Hermes-Bürgschaften,
die Lieferungen von Maschinen deutscher Fabrikation sichern. Das
bedeutet, dass sich unsere Bundesregierung mit Steuergeldern an
der Zerstörung der Regenwälder und den unakzeptablen Zuständen für
die Ureinwohner finanziell beteiligt und beim Bankrott der Fabriken
die Maschinen bezahlt! Erst seit kurzem befindet sich die Firma
Asia Pulp & Paper am Rande der Zahlungsunfähigkeit. Damit kommen
auf die Hermes-Versicherung Schadensfälle in Höhe von etwa 27,9
Millionen Mark zu. Und die Asia Pul & Paper ist nicht der einzige
Schadensfall...
Weitere Einflüsse: