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Von der Natur- zur Kulturlandschaft
- auch bei uns sind Arten in ihrem Bestand gefährdet

Nicht nur auf der ganzen Welt, sondern auch direkt vor unserer Haustüre sind Arten in ihrem Bestand gefährdet. Die letzten unberührten Regionen machen Neubausiedlungen Platz und auch für den Tourismus werden bei uns in Europa immer wieder neue Gebiete erschlossen. In unseren Wäldern wird intensive Forstwirtschaft und auf den Feldern intensive, technisierte Landwirtschaft betrieben. Flüße werden begradigt, Dämme gebaut und Wiesen trocken gelegt.

Dies hat fatale Folgen für die Artenvielfalt. Schätzungen zu Folge sind in Europa 60 Prozent der Feuchtgebiete, fast die Hälfte aller Schmetterlingsarten und mehr als ein drittel aller Vogelarten ausgestorben. Besonders nachdenklich machen sollte uns auch, dass in Europa 100 Nutztierrassen ausgestorben und ein drittel akut vom Aussterben bedroht sind. Der Präsident des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, schätzt auch, dass in den letzten 100 Jahren 75 Prozent der Nutzpflanzen verloren gingen. Wir zerstören hiermit - mit unabsehbaren Folgen - die evolutive Anpassungsfähigkeit der Tier- und Pflanzenarten. Denn wir konzentrieren die Nahrungsmittelherstellung in Kulturen (mit Fruchtfolge) weniger gezüchteten Pflanzenarten.

Spätestens seit der BSE-Krise und der Maul- und Klauenseuche ist zwar vielen Verbrauchern kurzzeitig klargeworden, dass die Produktionsweise und der Preis der Ware einen Einfluss auf ihre Gesundheit hat. Auch ist so bei uns der sogenannte ökologische Landbau ins Gespräch gekommen, bei dem - je nach Auflagen der Verbände - nur pflanzliches und kein Fabrikfutter verfüttert und keine Pestizide eingesetzt werden dürfen. Doch leider ist man wenige Wochen nach der Krise wieder zum normalen Alltag zurückgekehrt und schweigt das Thema und die damit verbundenen Probleme wieder gänzlich aus.

Trotz aller Erkenntnis spricht man auch über Umweltschutz bei uns kaum noch. Betonen muss man hier auch ausdrücklich, dass Deutschland am Raubbau der Natur weltweit beteiligt ist. Denn hier leben die Konsumenten der auf so üble Weise hergestellten oder gewonnenen Produkte. Deutschland ist sich seiner enormen internationalen Verantwortung in dieser Hinsicht leider nicht ganz bewusst: Umweltthemen müssen viel stärker berücksichtigt und diskutiert werden.

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