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Ein Tag wie jeder andere in der Steppe Ostafrikas

Von einem Hyänenschrei aufgeweckt, verlasse ich mein Zelt in der Rancherstation und gehe noch schlaftrunken zu dem nahe gelegenen Waschraum. Außer den Geräuschen der Tiere herrscht noch friedliche Stille in der kleinen Kaserne der Wildlifepolizei. Die meisten der Rancher kamen erst spät in der Nacht von einem langen Einsatz zum Schutz der letzten Wildtiere des Nationalparks Tsavo-Ost zurück und schlafen noch, gestresst von ihrem lebensgefährlichen Job. Der Himmel ist von der langsam aufgehenden Sonne gespenstisch rot gefärbt. Die Steppe, die noch teilweise von tiefen Nebelschwaden eingehüllt ist, leuchtet in einem seltsamen Gelb, welches eine friedliche Stimmung ausstrahlt.

Durch ein schroffes Alarmsignal am Haus des Kommandanten werde ich aus meinen Gedanken wieder in die Realität des Lebens zurückgeworfen. Ist dies wieder einmal ein Hilferuf von den vielen Außenposten der schlecht bezahlten Rancher, die täglich für die Tiere ihr Leben riskieren?

Ich, als Gast der kleinen Kaserne, eile zum Büro von Hauptmann Tschitschengo, der bereits am Funkgerät in seiner Landessprache Kishuaeli aufgeregte Dialoge führt. Ich verstehe leider nur wenige Worte, weiß aber, dass irgendwo in der weiten Steppe erneut etwas Schlimmes geschehen sein muss. Inzwischen ist auch der Einsatzoffizier in den Raum getreten und schon sprudeln Befehle. Bereits wenige Minuten später stürzen etwa zehn "Wildlifesoldaten" mit Waffen in der Hand aus ihren Schlafquartieren. Ich überlege nicht lange und springe ohne Worte auf einen der alten Landrover, die schon die Motoren angelassen haben. Ich höre noch die Worte, die sinngemäß bedeuten, dass es gefährlich werden kann. Doch ich fahre auf eigenes Risiko mit. Mit drei Geländefahrzeugen brausen wir durch die Steppe. Wir haben das Glück mit dem Offizier im ersten Fahrzeug zu sitzen und müssen hinter uns sehen, wie die anderen beiden Fahrzeuge in der von uns aufgewirbelten Staubwolke fast unsichtbar werden.

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