StartseiteKontaktSuchmaschine
Startseite -> Berichte -> Der Fell- und Häute-Mafia auf der Spur
 
Der internationalen Fell- und Häute-Mafia in Bolivien und Brasilien auf der Spur

Über die haarsträubenden Praktiken der Wilderer haben wir immer wieder viele Informationen erhalten. Um vor Ort persönlich zu recherchieren, reisten wir nach Südamerika. Unsere erste Station war Manaus in Brasilien. Von Wissenschaftlern des IMPA-Instituts hofften wir, zusätzliche Informationen zu erhalten. Zwar ist in Brasilien die Ausfuhr von Exoten wie gefleckten Katzen und Kaimanen und deren Produkten bereits seit 1967 streng verboten, dennoch geht der Schmuggel mit Fellen und Häuten über die Grenzen nach Bolivien und Paraguay weiter. Die Bundesrepublik Deutschland, so hörten wir mehrfach in Brasilien und Bolivien, sei als Hauptabnehmerland für diesen Plünderungsraubzug mitverantwortlich.

Amazonas im Abendrot

Nachdem wir endlich einen Führer gefunden hatten, wollten wir im Urwald die illegalen Gerbereien suchen, von denen wir gehört hatten. Nach tagelanger Bootsfahrt erreichten wir an einem Nebenfluß des Amazonas eine kleine Ansiedlung, in deren Mitte sich eine auffallend große Holzhütte befand. Mit dem Fernglas konnten wir erkennen, dass wir hier auf eine illegale Gerberei gestoßen waren. Blitzschnell mussten wir jetzt eine Entscheidung treffen, da die Wilderer uns inzwischen auch bemerkt hatten. Wir beschlossen, uns als Ankäufer von Fellen und Häuten auszugeben und steuerten auf das Camp zu. Misstrauisch standen einige bewaffnete Männer am Flußufer und beobachteten das Herankommen unseres Bootes. Unser Führer schrie den Wartenden schon von weitem einige portugiesische Sätze zu, die offensichtlich die Spannung lösen sollten. Zu unserer Erleichterung wurde der Notlüge unseres Führers Glauben geschenkt. Man brachte uns zu der großen Holzhütte und stellte uns einem ca. 55-jährigen, etwas unangenehm riechenden Mann in ziemlich zerlumpter Kleidung vor. Nach vielen misstrauischen Fragen zeigte er uns seine Gerberei. Mehrere große Bottiche, in denen sich die Gerbereiflüssigkeiten befanden, standen inmitten des Raumes. An Decke und Wänden hingen Kaimanhäute und Felle von gefleckten Katzen. Je nach Größe und Qualität der Häute verlangte der Anführer zwischen einem und zehn US-Dollar pro Stück. Wir gaben vor, daß wir eine größere Stückzahl dieser illegalen Beute aufkaufen würden, denn unser Ziel war es, bei den Streifzügen der Wilderer mitgenommen zu werden, um die Praktiken ihrer brutalen Jagd kennen zu lernen.

weiter


Presse | Fragen? | Impressum | Wir

© Artenschutz.info - Alle Rechte vorbehalten